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Auszug aus dem Buch
"Radwanderweg am Grünen Band - Teil 1: Ostsee-Harz" (Auflage 1).
Infos zum Buch |
Karte 1
Lübeck Priwall bis Palingen
(der "Start" im Norden des Lebensstreifens)
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Ostsee - Wakenitz
Der Verlauf der ehemaligen innerdeutschen Grenze im Norden deckt sich mit der heutigen Landesgrenze
zwischen den Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Gelbe Bojen mit der schwarzen
Aufschrift "Grenze" und eine rot-weiße Kette am Strand markierten hier den "Eisernen Vorhang". Diese
Stelle ist der eigentliche Anfangspunkt der Tour. Der Küstensaum des Priwalls, der zu Schleswig-Holstein
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Lübeck: Holstentor
| gehörenden Halbinsel, ist bis auf den letzten Meter für den Tourismus erschlossen. Die mecklenburgische
Küstenlandschaft verfügt dagegen durch die jahrzehntelange Abgeschiedenheit über intakte natürliche
Strand- und Stranddünenabschnitte. An dem markanten Punkt, an dem die Trennungslinie der beiden
Machtblöcke ins offene Meer verlief, müßte der Mahn- und Gedenkstein stehen, der weiter südlich
an der Landesgrenze am Straßenrand aufgestellt wurde. Dieser dreieinhalb Tonnen schwere Granitfindling
trägt neben der mahnenden Inschrift "Nie wieder geteilt" als Datum der Grenzöffnung den 3. Februar 1990.
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Der selten gewordene Einsvogel wird im Wakenitztal noch angetroffen. (Foto: B. Kerber GDT) | In den länderübergreifenden Naturschutzgebieten am Dassower See und den anschließenden
Diese fand jedoch an diesem Tag direkt am Strand und nur für Fußgänger und Radfahrer statt.
Dort, wo heute der Gedenkstein steht, blieb die Grenze noch bis zum 12. April 1990 geschlossen.
Naturschutzgebieten entlang dem buchtenreichen Steilufer am Ostufer der Trave sind die
Reviere und Lebensräume für viele Vogel- und geschützte Pflanzenarten noch relativ gut
erhalten. Die Teschower Halbinsel mit ihren Sandhügeln und Feuchtsenken ist aber z. Zt.
schon durch neue Sand- und Kiesabbauvorhaben gefährdet.
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Der Autor bei der Tourenerkundung
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Der Weg führt weiter durch die Palinger Heide. Die Radwanderer treffen dort nur wenig befahrbare Wege an.
Nach dem Abbau der Grenzanlagen werden nun auch die Landschaftsvielfalt und die zahlreichen Rote-Liste-Arten
zunehmend vernichtet. Die bisher empfindlichste und nachhaltigste Störung im Biotopverbund Grünes Band ist
die neue Siedlung der Gemeinde Herrnburg auf dem offenen Trockenrasen im ehemaligen Schutzstreifen.
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Lübeck-Travemünde: Am Priwall-Strand begann die ehemalige Grenze.
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Lübeck ist die einzige Großstadt, die direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze lag. Die
historische Altstadt ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt worden. Man
sollte dieser alten Hansestadt einen längeren Besuch abstatten! Die südöstlich anschließende
Wakenitz-Niederung ist am Ostufer in ihrem gesamten natürlich mäandrierenden Flußlauf unbebaut.
Die moorige und torfige Uferzone ist 100 bis 500 m breit. Durch eine jahrhundertelange Ruhe
konnte sich hier in den Bruchwäldern und auf den Trockenrasen eine der artenreichsten Landschaften
entwickeln. Ausgerechnet dieses Gebiet soll in den nächsten Jahren von einer Autobahn
durchschnitten werden (Beschluß der Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck).
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Am Strand des Priwalls in Lübeck-Travemünde beginnt der Lebensstreifen. Der kurze Fußweg
vom Gedenkstein zum Strand gehört unbedingt dazu. Ab dem Gedenkstein fahren wir in der
ersten Linkskurve der Straße rechts auf unbefestigtem Weg bis zum ehem. Grenzturm. Hier
biegen wir links ein. An der nächsten Gabelung fahren wir rechts weiter und radeln über Volkstorf
in Johannstorf geradeaus auf den Gutshof. Am Ende des Hofes geht es rechts über eine alte
Pflasterstraße nach Benckendorf weiter, wo wir uns links halten und dann rechts nach Dassow abbiegen.
An der B 105 können wir zunächst auf dem Seitenstreifen bleiben, müssen dann aber ca. 4km
die stark befahrene B 105 nutzen. Dieses Teilstück ist nur etwas für Radler mit starken Nerven!
Ein Radweg an der B 105 ist politisch nicht gewollt, da seit 1991 nur darüber geredet wird. Darum
empfehlen wir besonders Familien den Beginn der Tour ab Lübeck (s. Karte 2).
Ca. 1km hinter Zarnewenz fahren wir vor dem allein stehenden Haus rechts in den Feldweg. Am Ortseingang in
Teschow
radeln wir links auf einem etwas hügeligen Waldweg weiter. An der Gabelung kurz vor Selmsdorf
fahren wir bis an die B 105 heran. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht es auf einem
Waldweg weiter, wir biegen nach gut 1km links ein und radeln nach dem Erreichen der Straße rechts
bis zur Abzweigung nach Lauen. Von dieser Straße biegen wir in den ersten Weg links ab und
erreichen Palingen.
Grenzdenkmäler
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Wüstung Bardowiek: Letztes Überbleibsel des Ortes ist der Trafoturm.
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23942 Schwanbeck
An der B 105: Führungsturm, z. Zt. unbenutzt. Ab dem
Führungsturm in Richtung Lübeck. In der nächsten Kurve auf der linken Seite im Gehölz: Grabstellen
(letzte Beisetzung 1961) und Grundmauern der Kapelle. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand
das Siechenhaus.
23923 Teschow
Uferzone Dassower See auf der Höhe der Insel Buchhorst.
Von Teschow aus zu Fuß erreichbar. Beobachtungsturm, wird z. Zt. von Naturschützern genutzt.
23923 Bardowiek
Wüstung: Vom Ort Bardowiek steht nur noch der Turm der Trafostation, und trotzdem
ist der Ort im Postleitzahlenbuch zu finden.
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